Gegründet 1947 Sa. / So., 21. / 22. September 2019, Nr. 220
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
09.11.2018 / Feminismus / Seite 15

Unvollständige Emanzipation

Seit 100 Jahren dürfen Frauen in Deutschland das mutmaßlich kleinere Übel wählen

Claudia Wangerin

Im Zuge der Novemberrevolution haben Frauen ein Stück Unschuld verloren: Seit bald 100 Jahren sind deutsche Staatsbürgerinnen nun mitverantwortlich für die Wahlergebnisse in diesem Land. Am 12. November 1918 proklamierte der Rat der Volksbeauftragten im Aufruf »An das deutsche Volk« unter anderem das Frauenwahlrecht: »Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.«

Die Frauenrechtlerin Clara Zetkin, damals Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), hatte unter anderem genau dieses Recht gefordert – allerdings ohne sich Illusionen darüber zu machen, was es bei gleichbleibenden wirtschaftlichen Macht- und Eigentumsverhältnissen bewirkt. Bereits im Juli 1889 hatte sie in einer Rede auf dem Inter...

Artikel-Länge: 2874 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €