Gegründet 1947 Dienstag, 23. April 2019, Nr. 94
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben
09.11.2018 / Ausland / Seite 7

Ein Gott als Kläger

Indische Hindunationalisten beanspruchen Moscheegelände, um einen Tempel für Rama zu bauen

Aditi Dixit und Silva Lieberherr, Mumbai

In Indien schlägt die Umbenennung eines Distrikts hohe Wellen. Yogi Aadityanath, der Chief Minister des größten indischen Bundesstaats Uttar Pradesh, gab dem bisherigen Distrikt Faizabad den neuen Namen Ayodhya, nach einer für die indische Politik sehr symbolträchtigen Stadt.

Die in Indien regierende hindunationalistische Bharatiya Janata ­Party (BJP) versucht seit einiger Zeit, die Geschichte Uttar Pradeshs zu »hinduisieren« und Ortsnamen zu sanskritisieren. In den vergangenen Wochen forderten rechte Hindu-Nationalisten und sogar mehrere Minister immer lauter den Bau eines Rama-Tempels in Ayodhya. Auf dem dafür vorgesehenen Gelände befand sich aber einmal die Babri-Moschee. Sie wurde im 16. Jahrhundert von den muslimischen Mogulen erbaut. Gläubige Hindus vermuten an genau diesem Platz die Geburtsstätte ihres Gottes Rama.

Schon 1992 eskalierte der Streit. Nach einer Massenkundgebung marschierten damals von der BJP unterstützte Nationalisten zu der Mo...

Artikel-Länge: 3084 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €