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06.11.2018 / Ausland / Seite 6

Inszenierte Selbsttötung

Nach Suizid von kroatischem Kriegsverbrecher Praljak in Den Haag bleiben Fragen offen

Gerrit Hoekman

»Mit Verachtung weise ich Ihr Urteil zurück«, schrie Slobodan Praljak. Es war der 29. November 2017. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte den Kriegsverbrecher in zweiter und letzter Instanz zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Plötzlich hielt Praljak eine kleine Flasche in der rechten Hand und leerte sie in einem Zug. »Das ist Gift!« rief er. Dann brach er vor den Augen der Weltöffentlichkeit zusammen und starb.

Praljak hatte seinen Abgang vermutlich monatelang im voraus geplant, wie eine Untersuchung der niederländischen Staatsanwaltschaft ergeben hat, die am Freitag veröffentlicht wurde. Die Ermittler haben das Videomaterial gesichtet, sich erneut die aufgezeichneten Telefonate angehört, die Praljak geführt hatte. Sie haben die Schließer befragt und seine persönlichen Sachen durchsucht.

Wie der Exgeneral an das Zyankali gekommen war, konnte trotzdem nicht festgestellt werden und damit auch keine strafbare Handlung Dritter. Möglicherweise war d...

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