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06.11.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Eine Frage des Lifestyles

Matthias István Köhler

Die geänderte Verfassung verbietet, sich »lebensführungsmäßig« auf öffentlichen Plätzen aufzuhalten. »Lebensführungsmäßig«? Der Begriff hört sich auf ungarisch ebenso komisch an wie auf deutsch. Damit soll aber nicht nur der Begriff der Obdachlosigkeit vermieden werden, Obdachlosigkeit wird dadurch zu einer freien Entscheidung erklärt, zu einer Frage des Lifestyles. Vertreter der Regierung haben immer wieder erklärt, in Ungarn gebe es genügend freie Plätze in Unterkünften.

Organisationen wie »Die Stadt gehört allen«, die sich für die Rechte von Obdachlosen einsetzen, gehen davon aus, dass es in Ungarn mindestens 14.000 Obdachlose gibt. Freie Plätze in Unterkünften hingegen gibt es 10.000, im Winter 1.500 mehr. Davon abgesehen, dass auch diese Plätze nicht immer kostenlos sind, würde das bedeuten, dass auch im Winter bis zu 3.000 Plätze fehlen. Laut der offiziellen Statistik sind zwischen 2006 und 2016 in Ungarn annähernd 2.500 Menschen erfroren. Wie die s...

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