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02.11.2018 / Thema / Seite 12

In der Nische

Vor hundert Jahren wurde in Wien die KPÖ gegründet. Ihre Geschichte war nicht sonderlich reich an Erfolgen. Ihr größter ist wohl, dass es sie immer noch gibt

Andreas P. Pittler

I.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts blickten Arbeitende aller Länder respektvoll nach Berlin und Wien. Die mächtigen sozialdemokratischen Parteien des Deutschen Reiches und der Habsburgermonarchie galten als Leitsterne der Zweiten Internationale, ihre führenden Gestalten wie August Bebel und Victor Adler wurden nahezu verehrt. Doch 1914 war plötzlich alles anders. Die Nachfolger von Bebel schlossen mit dem bürgerlichen Gegner einen »Burgfrieden« und votierten im Reichstag einstimmig für Kriegskredite. Dass den Österreichern dieser »Sündenfall« erspart blieb, lag lediglich daran, dass in Wien das Parlament schon sistiert war. Doch auch so diskreditierten sich die Sozialdemokraten nachhaltig. Friedrich Austerlitz, Chefredakteur der Arbeiter-Zeitung, schrieb imperialismustrunken vom »Tag der deutschen Nation« und Karl Leuthner, außenpolitischer Sprecher der Partei, machte sich unverhohlen über die barbarischen Slawen lustig, deren Sprache kein »Kulturmensch« a...

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