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18.10.2018 / Thema / Seite 12

Einsicht aus Kalkül

Nach 61 Jahren bekennt sich der französische Staat zum Mord an dem kommunistischen Aktivisten Maurice Audin. Präsident Emmanuel Macron will die koloniale Vergangenheit mit symbolischen Bekenntnissen hinter sich lassen

Sabine Kebir

Ein zentraler Platz inmitten von Algier unweit der Zentralfakultät heißt Place Maurice Audin. Auch die dortige Bushaltestelle ist so benannt. Islamisten haben sich oft an dem französischen Namen gestört, weil er sie an die Kolonialzeit erinnert. Schließlich heißt die von dem Platz abgehende Straße auch nicht mehr Rue Michelet, sondern ist nach Mourad Didouche benannt, einem Veteranen des algerischen Befreiungskampfes. Aber die Stadtverwaltung hat am Namen des Place Audin nie etwas geändert.

Seit Mitte September beschäftigen sich die französischen und algerischen Medien wieder mit der Geschichte Maurice Audins, des Namensgebers des Platzes. Denn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat anerkannt, dass der zur privilegierten französischen Bevölkerung Algeriens Zählende im Juni 1957 von den berüchtigten Paras, den Fallschirmjägern, bestialisch gefoltert und getötet worden war und der französische Staat dafür die Verantwortung trägt. Der fünfundzwanzig Jahre...

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