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12.10.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

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Griechen fordern Kriegsschuld der Deutschen ein: Bundespräsident Steinmeier kommt mit leeren Händen

Hansgeorg Hermann

Griechenlands byzantinische Kirchen sind berühmt für ihre Freskenmalereien. Eine Szene, die auf den Wänden im Inneren der Gotteshäuser immer wiederkehrt, zeigt den alten, weisen Simeon, der den Heiland erblickt und deshalb endlich sterben darf. Auf ein ähnliches Erfolgserlebnis wartet seit nunmehr rund 70 Jahren auch der 96 Jahre alte Manolis Glezos. Er will, sagt er bisweilen, diese Welt nicht verlassen, bevor die Deutschen nicht ihre Kriegsschuld bezahlt haben. Ob er das erleben wird, ist mehr als fraglich. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, seit Mittwoch auf Staatsbesuch in Athen, kam, wie alle seine Vorgänger, mit leeren Händen an die Ägäis.

Glezos ist in seinem Land nicht irgendwer. Am 30. Mai 1941 kletterte der damals 18 Jahre junge Mann in der von der Wehrmacht geschundenen hellenischen Hauptstadt auf die Felsen der Akropolis und riss die von den Deutschen dort am 27. April gehisste Hakenkreuzflagge vom Mast. Dies sei die erste s...

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