Gegründet 1947 Mittwoch, 17. Juli 2019, Nr. 163
Die junge Welt wird von 2201 GenossInnen herausgegeben
10.10.2018 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Identitätspolitik

Niklas Sandschnee

»Der Journalist ist immer einer, der nachher alles vorher gewusst hat«, meinte schon Karl Kraus. Und so müssen Journalisten Gründe finden, weswegen etwas, wogegen sie schon immer waren, selbstverständlich dazu geführt hat, dass etwas eintrat, was nicht hätte eintreten sollen. Am Aufstieg der Rechten, so liest man deshalb allenthalben, sei die Linke schuld, weil sie seit Jahrzehnten zuviel Identitätspolitik betrieben habe. Es ist ein verwegener Schluss, dass der Kampf für die Rechte von Frauen, Migrantinnen, Homosexuellen oder Menschen mit Behinderung die politische Rechte habe erstarken lassen. Aber diese Folgerung wird von erstaunlich vielen geteilt: In der SPD mehren sich Stimmen, die meinen, man habe darüber die »kleinen Leute« vergessen (als ob Hartz IV deshalb »passiert« wäre). Und Konservative finden seit jeher, dass die Marginalisierten sich bitte nicht so anstellen sollen. Auch manch Linker kompensiert seine Machtlosigkeit gegenüber dem gesellscha...

Artikel-Länge: 3773 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €