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09.10.2018 / Feuilleton / Seite 11

»Wir wollen nicht eure Scheiße fressen«

Zehntausende feierten am Samstag am Hambacher Forst den vom Oberverwaltungsgericht Münster verhängten Rodungsstopp. Ein Gespräch mit Michaela Conrad

Jürgen Roth

Was haben Sie bei der Kundgebung am Hambacher Forst am Samstag erlebt?

Am Anfang war ich mal kurz am Waldrand und hab’ mir den Tagebau angeguckt. Das ist eine unvorstellbare Wüstenei. In den Wald, der zehn Gehminuten vom Kundgebungsgelände entfernt ist, wollte ich nicht reingehen. Es war eine unglaubliche Menschenmenge, die da eindrang.

Man sollte den Wald, den man schützen will, mal in Ruhe lassen?

Genau. Das hat später auch der Michael Zobel gesagt, der Naturführer aus Aachen, der die sonntäglichen Waldspaziergänge im Hambacher Forst veranstaltet. »Der Wald bräuchte jetzt mal eine Zeitlang Ruhe«, meinte er. Trotzdem sind sehr, sehr viele vom Kundgebungsgelände rüber zum Wald gegangen. Ich dachte nur: Das ist kon­traproduktiv. Da stimmt was nicht. Und ich musste an den Ornithologen Peter Berthold denken, der gesagt hatte, dass diese ganze Freizeitscheiße die letzten Naturräume zerstört. Das hat mich am meisten berührt: dass dieser Wald zu einem massentou...

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