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08.10.2018 / Feuilleton / Seite 11

Gleich nach dem Hochamt

Antiklerikalismus für alle: In Polen bricht der Spielfilm »Klerus« Besucherrekorde

Reinhard Lauterbach

Gniezno nordöstlich von Poznan gilt als »fromme« Stadt. Touristen kommen wegen der Kathedrale, in der der »Heilige Adalbert«, ein christlicher Missionar des 10. Jahrhunderts, begraben ist – in einem Sarkophag aus massivem Silber. Eine kunsthistorisch bedeutende Bronzetür aus dem späten 12. Jahrhundert erzählt in 16 Bildern die Geschichte seines Martyriums: Wie er den heidnischen Stämmen predigte, ihnen irgendwann auf den Geist ging, weshalb sie ihn umbrachten und ein gutes Geschäft machten – sie verkauften die Leiche gegen deren Gewicht in Silber an den bereits christlich gewordenen polnischen König Bo­leslaw den Tapferen. Soweit die Legende. Pilgerbusse prägen das Stadtbild; der Zutritt zu der Bronzetür kostet Gläubige und Ungläubige umgerechnet fünf Euro. Die kürzlich erfolgte Renovierung der Kathedrale ist laut Schildern, die an der Wand hängen (müssen), zu 75 Prozent aus EU-Mitteln finanziert worden.

Das ist der gut katholische Schein. Aber das Mul...

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