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06.10.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Totenschiffe auf der Straße

Kaum Pausen, Übernachtung im Lkw, miese Bezahlung: Spediteure in Polen verlangen ihren Fahrern alles ab

Reinhard Lauterbach

Eine der Branchen, die von Polens EU-Beitritt besonders profitiert hat, ist das Speditionsgewerbe. Nach aktuellen Zahlen trägt sie 6,5 Prozent zum polnischen Sozialprodukt bei und erbringt etwa ein Drittel der gesamten Straßentransportleistungen in der EU. Die Flotte ist eine der größten Europas: 300.000 Vierzigtonner sind in Polen registriert, auf 200.000 bis 250.000 wird die Zahl der Beschäftigten geschätzt. Das heißt nun nicht, dass durchschnittlich ein Drittel der polnischen Lkw-Flotte still läge: Denn ein Teil der Fahrer arbeitet als Scheinselbständiger.

Die Blüte der Transportwirtschaft ist an sich typisch für eine periphere Volkswirtschaft wie die polnische: relativ geringer Kapitalvorschuss, geringe Qualifikationsanforderungen an die Fahrer, permanenter Lohn- und Kostendruck, ein hoher Anteil an Klein- und Kleinstunternehmen. Ein eindringliches Beispiel war der polnische Fahrer Lukasz Urban, der dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz Ende ...

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