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29.09.2018 / Inland / Seite 5

Versicherungskäse im Ländle

An Baden-Württembergs Schulen vertreiben Lehrkräfte nutzlose Policen

Ralf Wurzbacher

In Baden-Württembergs Klassenzimmern geht im neuen Schuljahr alles seinen gewohnten Gang: Der Unterricht läuft aus Mangel an Personal mehr schlecht als recht, und die Lehrerinnen und Lehrer verticken Versicherungspolicen. Seit Anfang der 1970er Jahre werden im Ländle sogenannte Schülerzusatzversicherungen vertrieben, die einen Unfall-, Haftpflicht- und Sachschadenschutz beinhalten. Vor zwei Jahrzehnten wurde der Geschäftsbetrieb von Staats wegen an alle öffentlichen und privaten Bildungsanstalten verlegt. Eltern müssen bei dem Angebot nicht zugreifen, der Vertragsabschluss erfolgt auf freiwilliger Basis – aber irgendwie auch nicht. Denn anders als sonst sind es in diesem Fall keine Makler, die das Produkt an den Kunden bzw. das Kind bringen, sondern die Pädagogen.

Alle Jahre wieder händigen die Klassenlehrer nach den Sommerferien die entsprechenden Anträge an die Schüler aus, verbunden mit der Bitte, sie ausgefüllt und mitsamt der fälligen Rate wieder abz...

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