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24.09.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

»Kommt, wann immer ihr wollt«

Das Wohnen in besetzten Häusern ist in Italien ein aus der sozialen Not entstandenes Massenphänomen. Innenminister Matteo Salvini will den Hausbesetzern nun an den Kragen

Peter Schaber, Rom

»Etwas mehr als hundert Leute sind wir hier«, sagt Gaetano gerade, als eine Frau ihm von hinten einen Klaps in den Nacken gibt, grinst und wegläuft. »Ich bin als letztes hier eingezogen, das Nesthäkchen«, lacht der junge Student und erzählt weiter über sein Zuhause, das besetzte ehemalige Militärgelände mitten in Rom am Porto Fluviale. Seit 2003 leben hier Menschen, in den Augen des Staates illegal. Die Idee zur Besetzung des riesigen Areals, außen inzwischen verziert mit einem monumentalen Gemälde des Street-Art-Künstlers Blu, war nicht nur aus der Not geboren. Es ist auch ein Gegenentwurf zu rassistischen Spaltungen, zu Kommerzialisierung und Konkurrenzgesellschaft.

»Die Räume im Erdgeschoss sind für diverse Aktivitäten von Leuten aus dem Haus und der Nachbarschaft reserviert«, erklärt Gaetano bei einer Führung die Aufteilung. »Wir haben hier eine Teestube und Cocktailbar, in der finden Veranstaltungen statt. Daneben ist eine Werkstatt, in der Leute ...

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