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20.09.2018 / Inland / Seite 8

»Alles, wofür sie stand, wird ins Gegenteil verkehrt«

Rechte in Chemnitz instrumentalisieren Tod von Tramperin. Familie geht dagegen vor. Gespräch mit Andreas Lösche

Jan Greve

In Chemnitz ist am 1. September bei einem der rechten »Trauermärsche« das Bild von Sophia Lösche, Ihrer Schwester, gezeigt worden. Sie war im Juni beim Trampen von Leipzig nach Bayern zunächst verschwunden, in Spanien fand man später ihre Leiche. Wie haben Sie davon erfahren, dass das Fahndungsfoto Ihrer Schwester plötzlich von Rechten instrumentalisiert wurde?

Ein Journalist wies mich darauf hin. Mir war das zu dem Zeitpunkt neu. Inzwischen weiß ich, dass wohl auch zwei Tage später, bei der Montagsdemo von Pegida in Dresden, Sophias Bild gezeigt wurde.

Wie haben Sie darauf reagiert?

Am ehesten ist es wohl mit Fassungslosigkeit zu beschreiben. Mir fällt es sehr schwer, mich in Leute hineinzuversetzen, die auf solche Ideen kommen. Alles, wofür Sophia gestanden hat, wird damit ins komplette Gegenteil verkehrt. Sie stand für Menschlichkeit und hat sich für Geflüchtete eingesetzt. Nun wird sie für den Hass und die Kälte anderer missbraucht, quasi als Ikone. U...

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