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18.09.2018 / Feuilleton / Seite 11

Stücke der Stunde

Was bringt die neue Theaterspielzeit in Berlin, Hamburg und Wien? Ein Ausblick

Jakob Hayner, Erik Zielke

Geht man dieser Tage über den Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte, sieht man den wuchtigen Bau der Volksbühne mit neuen Bannern in kräftigem Rot versehen. »Wir befinden uns in einem Übergangsstadium«, ist auf einem zu lesen. Das sagte Erwin Piscator 1926. Für die Gegenwart treffen diese Worte aber ebenso zu.

Seit zehn Jahren wird die kapitalistische Weltökonomie von einer schweren Krise erschüttert, die Risse sind inzwischen auch im Überbau deutlich sichtbar. Ob finstere Zeiten anbrechen oder die Menschheit sich doch einmal zusammenrauft, ist unklar.

Die Volksbühne steckt auch im ganz unmetaphorischen Sinne in einem Übergangsstadium. Nach dem Scheitern des Museumskurators Chris Dercon hat Klaus Dörr die Intendanz inne. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, wie viele Menschen ein Interesse an diesem Theater als einer politischen Bühne haben, dem wird Dörrs Nachfolger gerecht werden müssen. In der angebrochenen Spielzeit wird nach dem Dercon-Desaster nur...

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