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17.09.2018 / Ausland / Seite 7

Späte Entschuldigung

Frankreichs Präsident Macron erkennt Mord an Maurice Audin während des Algerien-Kriegs nach 61 Jahren als Staatsverbrechen an

Hansgeorg Hermann, Paris

Am 11. Juni 1957 wurde der 25 Jahre junge Mathematiker und Universitätsassistent Maurice Audin, Kommunist und Aktivist im Unabhängigkeitskampf Algeriens gegen die damalige Kolonialmacht Frankreich, in Algier von Soldaten des Generals Jacques Massu in seiner Wohnung verhaftet. Er wurde nie wieder gesehen, seine Leiche wurde nie gefunden. 2001, also 44 Jahre später, erklärte einer von Massus Schergen, der Fallschirmjägergeneral Paul Aussaresses: »Wir haben ihn mit dem Messer erledigt, es sollte so aussehen, als hätten ihn die Araber umgebracht.« Gut 61 Jahre später, am vergangenen Donnerstag, erkannte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron die Tat als Staatsverbrechen an.

Macron besuchte Josette Audin, die Witwe des Mordopfers, in ihrer Pariser Wohnung und zeigte sich bestürzt über den Tod des Ehemanns und Vaters dreier Kinder: »Es ist an mir, Sie im Namen der Republik um Entschuldigung zu bitten.« Außerdem räumte er ein, dass »ein legal eingesetztes System...

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