15.09.2018 / Feuilleton / Seite 10

Vom Land an die Ränder der Städte

Aus der ruralen Leibeigenschaft ins moderne Lumpenproletariat: Alice Rohrwachers neuer Film »Glücklich wie Lazzaro«

Gebhard Hölzl

Die Unmöglichkeit, »gut zu sein und doch zu leben«, hat schon Brecht sehr beschäftigt. Der neue Film von Alice Rohrwacher, »Glücklich wie Lazzaro«, hat nun einen »unscheinbaren Heiligen« zum Titelhelden, »der in dieser Welt lebt und von niemandem etwas Böses denkt«. So erklärt es die zur Zeit wohl spannendste Filmemacherin Italiens. Der lockenköpfige Lazzaro, überzeugend gespielt vom Debütanten Adriano Tardiolo, sei einer, »der keine Wunder vollbringt, der über keine besonderen Fähigkeiten verfügt, keine magischen Kräfte besitzt«, jedoch »immer an die Menschen glaubt«. Wie das?

Rohrwacher hat ihren Film, für den sie in Cannes gefeiert und mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde, ein »politisches Manifest« genannt, aber auch »ein Lied«. Es handelt sich zudem um ein Märchen, eine Geschichtsparabel und einen Kommentar zu aktuellen sozialen Verwerfungen. Der Film lässt zu Beginn ein proletarisches, nicht verklärtes Italien auferstehen. Man de...

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