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15.09.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 8

»Medikamente dürfen kein Luxus sein«

Einspruch gegen europäisches Patent auf Wirkstoff gegen Hepatitis C abgewiesen. Berufung angekündigt. Gespräch mit Marco Alves

Gitta Düperthal

Am Donnerstag hat das Europäische Patentamt in München einen Einspruch mehrerer Organisationen, darunter »Ärzte ohne Grenzen«, abgewiesen. Dabei ging es um das Patent des US-amerikanischen Pharma-Unternehmens Gilead auf ein Hepatitis-C-Medikament. Wie bewerten Sie das?

Derzeit sind wir noch in der Auswertung der Begründung dafür, das Patent weiter aufrechtzuerhalten. Die Bewertung der Entscheidung wiederum ist klar: Wir sind zutiefst enttäuscht über die Entscheidung des Patentamts. Man kann an dem Fall erkennen, wie stark Pharmaunternehmen dazu in der Lage sind, das Patentsystem auszuhöhlen und für sich zu nutzen. Das Patent hätte aus unserer Sicht nie erteilt werden dürfen. Wir werden auf jeden Fall in Berufung gehen.

Es ist völlig klar, dass Gilead mit seinen völlig überhöhten Preisen seine Monopolsituation ausnutzt. Menschen, die das Medikament dringend benötigen, wird dadurch der Zugang verwehrt.

Um was für ein Medikament handelt es sich genau?

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