14.09.2018 / Feuilleton / Seite 10

Leere Worte, zerrissene Tapete

Weder richtiger Abschied noch Neuanfang: Das »Neue Stück II« des Wuppertaler Tanztheaters

Lia Ishida

Die Tänzer, die Solos und Duos, die Szenen und selbst der Humor waren bekannt, an Zitaten und Anspielungen auf frühere Werke des Ensembles wurde nicht gespart – es war weder ein richtiger Abschied noch ein Neuanfang. Zu Beginn des Monats schloss das Tanztheater Wuppertal an der Berliner Volksbühne mit »Neues Stück II« das Festival »Tanz im August« ab. Das zentrale Thema des Spektakels, das am 2. Juni in Wuppertal uraufgeführt worden war, war der Tod, und schnell wurde klar, dass damit nicht zuletzt der unersetzliche Verlust Pina Bauschs aufgearbeitet werden sollte. Aber während sozusagen das Gespenst der 2009 verstorbenen Choreographin und Gründerin des Tanztheaters in der von dem jungen Choreographen Alan Lucien Øyen inszenierten dreistündigen Aufführung bis zum Ende sehr präsent war, vermisste man sie dennoch.

Die bürgerliche Intimität ist nicht von Spontaneität geprägt. Man kann nicht über Gefühle und Beziehungen reden, ohne sich einer (künstlerischen)...

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