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12.09.2018 / Ausland / Seite 2

»Wir kämpfen um die historische Wahrheit«

Polnische Regierung versucht, Geschichte des kommunistischen Widerstands im Zweiten Weltkrieg umzudeuten. Gespräch mit Tadeusz Kowalczyk

Martin Dolzer

Sie beschäftigen sich mit Erinnerungsarbeit im Zusammenhang mit Widerstand und Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg. Welchen Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Momentan wird in Polen versucht, sämtliche positive Erinnerungen an die Befreiung vom Faschismus durch die Rote Armee umzudeuten oder auszulöschen. Denkmäler werden zerstört, Geschichte jenseits der Fakten erzählt, kommunistische Symbole verboten. Wer versucht, das Gedenken aufrechtzuerhalten, wird entweder diffamiert oder kriminalisiert.

In Görlitz gab es zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg eine gescheiterte Operation der 2. Polnischen Armee zur Befreiung der Stadt. Schließlich floh die Wehrmacht dort vor den Soldaten der Roten Armee. In letzter Zeit müssen wir beobachten, dass Regierungsvertreter versuchen, die Geschichte umzuschreiben: Bei Gedenkveranstaltungen wird der Eindruck erweckt, als hätten die US-Streitkräfte die Stadt befreit. Vertreter aus Russland und Belarus werden nicht mehr ...

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