Gegründet 1947 Sa. / So., 23. / 24. März 2019, Nr. 70
Die junge Welt wird von 2173 GenossInnen herausgegeben
11.09.2018 / Inland / Seite 8

»Hunderttausende müssen auf die Straßen gehen«

Geschichten der Rettungsschiffe »Lifeline« und »Cap Anamur« ähnlich. Gespräch mit Stefan Schmidt

Kristian Stemmler

Sie waren 2004 Kapitän des Hilfsschiffs »Cap Anamur«, das im Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot rettete. Was Ihnen passiert ist, zeigt erstaunliche Parallelen zum Fall von Claus-Peter Reisch, Kapitän des Rettungsschiffs »Lifeline«, der auf Malta angeklagt ist. Wie war das bei Ihnen?

Unsere »Cap Anamur« hat 2004 im Mittelmeer 37 flüchtende Menschen gerettet. Wir wollten sie nach Lampedusa bringen, was wegen der Größe unseres Schiffes nicht ging. Daraufhin brachten wir sie mit Unterstützung von »Ärzte ohne Grenzen« nach Agrigento auf Sizilien. Vorher waren wir durch die italienische Marine am Einlaufen in den Hafen »Porto Empedocle« gehindert worden und elf Tage an der Küste von Sizilien in internationalen Gewässern hin- und hergefahren, bewacht durch je ein Boot der italienischen Küstenwache und des Zolls. Als die Lage an Bord brenzlig wurde, informierte ich die Italiener, dass ich den nächsten Hafen anlaufe, was ich dann auch tat. Aber erst gingen wir vor ...

Artikel-Länge: 4300 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €