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10.09.2018 / Inland / Seite 8

»Den besten Schutz bietet die eigene Wohnung«

Gewalt gegen Obdachlose hat in Deutschland Tradition. Kritik an verfehlter Mietenpolitik. Gespräch mit Julia von Lindern

Markus Bernhardt

Regelmäßig kommt es zu Gewalttaten, die sich gegen Wohnungslose richten. Wie lässt sich das erklären?

Deutsche Faschisten haben etwa 10.000 Wohnungslose als Bettler und »Asoziale« in Konzentrationslager verschleppt. Eine erste Razzia fand bereits kurz nach der Machtübertragung im September 1933 statt, später folgten weitere. Bettler galten als »lebensunwert« – sie wurden nicht mehr nur vertrieben, sondern ermordet.

Dieser auf die Spitze getriebene Sozialdarwinismus wirkt in der heutigen Gesellschaft fort. Die Täter sind sowohl organisierte Neonazis, die in kleinen Trupps Jagd auf ihre Opfer machen, als auch sogenannte Normalbürger, die ihren Frust an einem wehrlosen Opfer auslassen – oder auch Staatsbedienstete: Im bitterkalten Dezember 1980 wurde der Obdachlose Erwin Tinz im Alter von 57 Jahren von Mainzer Streifenpolizisten schwer betrunken auf einem Feld »ausgesetzt«. Er starb mutterseelenallein in der Kälte an Herzversagen. Die drei Täter wurden zu je...

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