08.09.2018 / Thema / Seite 12

Aufklärung in finsteren Zeiten

In »Leben des Galilei« fragt Bertolt Brecht nach der Rolle von Naturwissenschaft und Vernunft im Kampf gegen Rückschritt und Barbarei. Vor 75 Jahren wurde das Stück in Zürich uraufgeführt

Jürgen Pelzer

Das Geschichtsdrama »Leben des Galilei« nimmt aus verschiedenen Gründen eine zentrale Stellung in Brechts Werk ein. Die erste Version entstand im Herbst 1938, also noch im dänischen Exil, in dem sich Brecht mit seiner Familie seit 1933 aufhielt. Ende 1944 – mittlerweile im kalifornischen Santa Monica lebend – spricht Brecht davon, dass das Stück »in jenen finsteren Monaten des Jahres 1938« niedergeschrieben wurde, »als viele den Vormarsch des Faschismus für unaufhaltsam und den endgültigen Zusammenbruch der westlichen Zivilisation für gekommen hielten«.¹

Für jeden aufmerksamen Beobachter war in jenem Jahr klar, dass das faschistische Regime, das sich innenpolitisch dank Terror und Propaganda stabilisiert und gesellschaftlich Fuß gefasst hatte, seine ökonomischen Probleme – Devisen- und Rohstoffmangel, steigende Rüstungskosten – nicht lösen konnte und deshalb zu immer aggressiveren Mitteln greifen würde, um sich jenen »Lebensraum« zu verschaffen, von dem H...

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