06.09.2018 / Thema / Seite 12

Wege und Irrwege

Nach der »Wende« verschwand die DDR-Kunst in den Depots. Nun verändert sich langsam der Umgang mit dem künstlerischen Erbe des sozialistischen Staates – wie aktuelle Ausstellungen in Halle, Dresden und Schwerin zeigen

Peter Michel

Der Trend der 1990er Jahre, keine Differenzierung zuzulassen, der Teil einer verheerenden Anschlusspolitik der BRD war, scheint sich langsam abzubauen. Ja, es gibt sogar einige wenige Politiker, die – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit – einen Beitrag dazu leisten: Exbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) warnte schon im Jahr 2003 anlässlich der Eröffnung einer Gerhard-Kettner-Ausstellung in Dresden davor, angebliche Staatskünstler auszugrenzen. Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), sprach 2016 bei der Vernissage einer Willi-Sitte-Ausstellung in Merseburg voller Sympathie für den Künstler. Und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) bezog Ende Oktober 2017 in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung »Hinter der Maske« gegen das Fehlurteil Stellung, man könne in der DDR entstandene Kunst »nicht verstehen oder einordnen, ohne immer sofort ihren Bezug zu Staat und Gesellschaft zu bestimmen«. Er plädierte statt einer s...

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