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03.09.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Finanzhaie dressieren

Italienische Regierung will Investoren bei Laune halten. Streit um Höhe der Neuverschuldung. Mehr faule Kredite

Simon Zeise

Ob er das verkraften wird? Medienmogul Silvio Berlusconi steht erstmals nicht mehr auf der Liste der zehn reichsten Italiener, die das Wochenblatt Milano Finanza in der vergangenen Woche veröffentlichte. Milliardäre wie Giovanni Ferrero oder Leonardo Del Vecchio hätten ihn auf die Plätze verwiesen, weil sie ihre Gewinne mit Exportprodukten vervielfachten. Berlusconi wurde somit Opfer einer Wirtschaftspolitik der »inneren Abwertung«, die er in seiner Amtszeit selbst verfolgt hatte: Das Lohnniveau sollte gering bleiben, um in Konkurrenz zum Billiglohnland BRD bestehen zu können. Die Exportwirtschaft hat’s gefreut, Berlusconi flog aus den Top ten.

Bei den Lohnabhängigen Italiens dürfte sich das Mitleid in Grenzen halten. Für sie wiegt schwerer, dass sie es sind, die die ökonomische Misere ausbaden müssen. Die Erwerbslosenquote beträgt 10,4 Prozent. Fast jeder Dritte zwischen 15 und 25 Jahren findet keinen Käufer seiner Arbeitskraft.

Wie das nationale Statist...

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