03.09.2018 / Titel / Seite 1

Furor und Krokodilstränen

Chemnitz: Als »Trauermarsch« deklarierte Kundgebung von Rechten aller Couleur. Tausende stellen sich mit »Herz statt Hetze« dagegen

Michael Merz

Einträchtig posierten am Sonnabend die AfD-Rechtsaußenpolitiker Björn Höcke und Andreas Kalbitz neben dem mehrfach verurteilten Pegida-Gründer Lutz Bachmann in Chemnitz für die Kameras. Man war um ein ziviles Erscheinungsbild bemüht, ausschließlich Deutschlandfahnen sollten gezeigt werden dürfen, der in der vergangenen Woche von Demonstrationsteilnehmern vielfach präsentierte und sowieso verbotene Hitlergruß war untersagt. Sich einen bürgerlichen Anstrich zu geben, um den Mord an einem 35jährigen vor einer Woche in der sächsischen Großstadt zu instrumentalisieren, klappte nur bedingt. Aus dem Zug scherten wiederholt Grüppchen gewaltbereiter Neonazis und Hooligans aus, machten auch nicht davor Halt, Polizisten zu bedrohen. Von den gezeigten »88«-Tattoos und »Aryan«-Hoodies ganz zu schweigen.

Die Bilder von pöbelnden und handgreiflichen Rechten ließen sich auch mit der Deklarierung zum »Trauermarsch« nicht verhindern. Insgesamt seien 18 Menschen verletzt wo...

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