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01.09.2018 / Thema / Seite 12

»Ausgemerzte Gegenstände«

Am 1. September 1938 begann im Schloss Berlin-Niederschönhausen der Verkauf der »entarteten Kunst« – eine zentrale Rolle dabei spielte der evangelische Kunstdienst

Horsta Krum

Kriegsvorbereitung braucht Geld. Vor allem Devisen. Im Frühjahr 1938 macht Hermann Göring, Reichsminister und Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, einen Vorschlag. Ein Jahr zuvor haben die Nazis »entartete Kunst« aus Museen und öffentlichen Ausstellungen entfernt – »ausgemerzt«, wie es im Erlass von Göring hieß. Werke von Künstlern, die Hitler als »Kunststotterer« bezeichnete und denen er einen »unerbittlichen Säuberungskrieg« angesagt hatte.1

Die könnten, das ist Görings Idee, gegen Devisen ins Ausland verkauft werden. Hitler ist einverstanden. Der Dritte im Bunde ist Joseph Goebbels. In seiner Eigenschaft als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda fällt ihm die Aufgabe zu, den Vorschlag in die Tat umzusetzen. Bereits 1933, als unliebsame Literatur öffentlich verbrannt wurde, hatte er seinen Eifer als Kulturzerstörer unter Beweis gestellt.

Alfred Rosenberg, der sich mit seinem Buch »Der Mythus des 20. Jahrhunderts« als Förderer der »...

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