20.12.2002 / Ausland / Seite 8

»Potentielles Todesurteil«

Gefahr des Justizmordes: Trotz Krankheit bleibt Slobodan Milosevic in Haft

Klaus Hartmann

Am Mittwoch, dem letzen Tag des »Prozesses« gegen Slobodan Milosevic in diesem Jahr, war die »Behandlung administrativer Fragen« angekündigt. Im Klartext sollte es um die gesundheitliche Situation des früheren jugoslawischen Präsidenten gehen und die Chance, daß er das Verfahren vor dem sogenannten Kriegsverbrechertribunal (ICTY) in Den Haag lebend übersteht. Die Behandlung des Problems im »Gericht« wurde völlig den Erwartungen gerecht, die bereits jene eiskalte Bürokratensprache hervorrief, als sie eine Überlebensfrage zur »administrativen« Frage degradierte. In weniger als drei Minuten war »Richter« Richard May mit dem Problem fertig.

Zunächst informierte er, daß die Kammer ärztliche Gutachten und Anträge »der Parteien« erhalten habe. Daß zu diesen auch solche des Internationalen und von nationalen Komitees zur Verteidigung von Slobodan Milosevic, Appelle von US-Intellektuellen und von deutschen Ärzten sowie eine einstimmige Resolution der russischen...

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