31.08.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Antiimperialisten kriminalisiert

In Hamburg stehen zwei türkische Revolutionäre vor Gericht. Ihnen drohen lange Haftstrafen, obwohl ihnen keine konkreten Taten vorgeworfen werden

Eleonora Roldán Mendívil

Weder Musa Asoglu noch Erdal Gökoglu haben nennenswerte Zeit in Deutschland gelebt. Dennoch wird derzeit beiden vor dem Oberlandesgericht der Prozess wegen angeblicher Unterstützung einer »terroristischen Vereinigung im Ausland« laut Paragraph 129b StGB gemacht. Keinem der beiden Männer werden konkrete ungesetzliche Handlungen zur Last gelegt.

Asoglu lebte in den Niederlanden, bevor er im Dezember 2016 in Hamburg festgenommen wurde. Ein Jahr später wurde Erdal Gökoglu, der seit 2007 als anerkannter politisch Verfolgter in Belgien lebte, beim Grenzübertritt aus Polen an der deutschen Grenze verhaftet. Beide sollen wegen Mitgliedschaft in der türkischen DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front) verurteilt werden. Seit ihrer Festnahme befinden sie sich im Hamburger Untersuchungsgefängnis in totaler Isolationshaft und sind 23 Stunden am Tag weggesperrt.

Musa Asoglu wuchs in den Niederlanden auf. 1962 war sein Vater als Bergarbeiter nach Europa migrie...

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