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29.08.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Roulette in Wiesbaden

Hessisches Finanzministerium verspekuliert sich mit Derivategeschäften

Simon Zeise

Das hessische Finanzministerium hat in den vergangenen acht Jahren den Handel mit Zinswetten verdoppelt und dabei mindestens 375 Millionen Euro an den Finanzmärkten verzockt, berichtete die Welt am Sonntag. Das gehandelte Volumen von diesen sogenannten Derivategeschäften belaufe sich bisweilen auf mehr als 20 Milliarden Euro.

In dem Bericht werden 65 Geschäfte erwähnt, die die Schuldenverwaltung des hessischen Finanzministeriums 2011 gekauft habe. Damit habe man sich für die Zukunft einen vermeintlich niedrigen Zinssatz sichern wollen. Aufgrund der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase sei diese Wette aber nicht aufgegangen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Was die Finanzgeschäfte das Land Hessen am Ende insgesamt kosten werden, sei zwar noch nicht klar. Derzeit liege das Derivateportfolio aber mit 3,2 Milliarden Euro tief im Minus.

Andreas Nölke, Professor für internationale politische Ökonomie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, verwies ge...

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