28.08.2018 / Inland / Seite 4

Gedenken ohne Opfervertreter

Repräsentanten der Herero und Nama weiter von Zeremonie zur Rückgabe der Gebeine ihrer Vorfahren an namibische Regierung ausgeschlossen

Jana Frielinghaus

Der Vorgang ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Zunächst stand Esther Utjiua Muinjangue auf der Gästeliste, dann wurde ihr Name gestrichen. Bis heute habe ihr gegenüber kein Vertreter der deutschen Regierung eine Erklärung dazu abgegeben, berichtete die Vorsitzende der Ovaherero Genocide Foundation in Namibia am Montag in Berlin.

Ihre Anwesenheit bei einer offiziellen Gedenkzeremonie am morgigen Mittwoch im Berliner Französischen Dom, in deren Rahmen sterbliche Überreste von Angehörigen der Herero und Nama an Vertreter der namibischen Regierung übergeben werden sollen, ist offenkundig ebensowenig erwünscht wie die anderer traditioneller Repräsentanten der beiden Volksgruppen. Von 1904 bis 1908 fielen Zehntausende Herero und Nama dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts zum Opfer, begangen von Soldaten der Kolonialmacht im damaligen Deutsch-Südwestafrika. Die Unterdrückten hatten sich zuvor gegen Landraub und Willkürherrschaft erhoben. Die Schädel...

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