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27.08.2018 / Feuilleton / Seite 10

Der kommunistische Schrei

Der Theologe Dick Boer lotet das Verhältnis von Christentum und Marxismus aus

Michael Ramminger

Briefe, Predigten und Vorträge des niederländischen kommunistischen Theologen Dick Boer aus den Jahren zwischen 1978 und 2014 sind in dem Band »Theopolitische Existenz« zusammengestellt. Wie soll man das rezensieren? Das geht natürlich nicht von den einzelnen Texten, das geht nur von ihren Anliegen her. Theopolitische Existenz meint, um es an den Beginn zu stellen: Eine theologische Existenz kann nur politisch sein, oder genauer in diesem Fall und überhaupt: Eine christliche Existenz kann nur eine für den Sozialismus sein.

Für Dick Boer, reformierter Pastor, Theologieprofessor und bis zu ihrer Auflösung Mitglied der Kommunistischen Partei der Niederlande (CPN), heißt das, die Bibel als eine Befreiungserzählung zu lesen, die auf Autonomie und Egalität hinauslaufen soll und deshalb ihr politisches Äquivalent im Kommunismus findet. In Boers Fall war das eine Existenz in der KP und als bekennender Sympathisant der DDR, ihrer antifaschistischen Staatsdoktrin u...

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