25.08.2018 / Ansichten / Seite 8

Spät dran

Merkel zu Besuch im Südkaukasus

Jörg Kronauer

»Die Seidenstraße des 21. Jahrhunderts«: So überschrieb Der Spiegel im Oktober 1997 einen ausführlichen, sieben Seiten langen Artikel über Georgien und Aserbaidschan. Den beiden Ländern stehe womöglich eine glänzende Zukunft bevor, heißt es in dem Text: Über ihr Territorium sollten Pipelines gebaut werden, um die gewaltigen Mengen an Erdöl, die im Kaspischen Becken lagerten, an Russland vorbei nach Europa zu leiten. Parallel arbeite die EU daran, einen umfassenden Transportkorridor durch den Südkaukasus zu errichten: als Zugang nach Zentralasien, vielleicht sogar weiter nach China, und zwar, ganz wie die Pipelines, unter Umgehung russischen Territoriums. Das könne Georgien und Aserbaidschan »neuen Reichtum« bringen; die Zukunft sehe – kurz nach dem Kollaps der Sowjetunion und unter westlicher Hegemonie – rosig aus.

Zwei Jahrzehnte später ist die Bilanz, vorsichtig ausgedrückt, durchwachsen. Die BTC-Pipeline liefert Öl aus dem Kasp...

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