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23.08.2018 / Thema / Seite 12

Apokalypse in Graubünden

Vor 400 Jahren starb der katholische Priester Nicolò Rusca. Sein Tod erregt noch heute die Gemüter in der Schweiz

Arnd Beise

Am 21. April 2013 war es soweit. Nach rund hundert Jahren kam mit einer Zeremonie auf der Piazza Garibaldi im lombardischen Sondrio der Seligsprechungsprozess für Nicolò Rusca an sein Ende. Normalerweise interessiert sich außerhalb der katholischen Kirche kaum jemand für Seligsprechungen, zumal sie seit dem Pontifikat von Johannes Paul II. inflationär zugenommen haben. In diesem Fall aber meldete das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), diese Seligsprechung sei eine »Provokation« für die Protestanten in Graubünden. Die katholische Kirche habe bewusst »in Kauf genommen, dass sich viele Protestanten beleidigt fühlen«, hieß es aus Kreisen der dortigen evangelisch-reformierten Landeskirche. Es sei zu befürchten, dass »das Feuer des Kulturkampfes zwischen den Konfessionen nach langen Jahren« wieder angefacht werden könnte.

Um zu verstehen, was an dieser Seligsprechung so provokativ war, muss man vierhundert Jahre zurückschauen. Der Grund dafür war nämlich R...

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