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22.08.2018 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Strategie

Ronald Weber

Hitler plante schon die Siegesfeier. Im September 1942 ging er davon aus, dass die deutschen Truppen Stalingrad rasch erobern würden. Die Stadt an der Wolga sollte im Bodenkampf genommen werden. Aber es kam anders, denn Hitler hatte die falsche Strategie gewählt. Im Gegenzug erwies sich die sowjetische als die richtige: den Gegner weit aufnehmen, umschließen und vernichten. Nach der Niederlage der Sechsten Armee bei Stalingrad war offenbar: Der zuvor als »größter Feldherr aller Zeiten« gepriesene »Führer« war eine strategische Niete.

Vielleicht hätte Hitler bei dem chinesischen General Sunzi (544–496 v. u. Z.) nachlesen sollen, der in seiner Schrift »Die Kunst des Krieges« eine Strategie der Kampfvermeidung propagiert. Dort heißt es: »Die höchste Form der militärischen Führerschaft ist, die Pläne des Feindes zu durchkreuzen, die nächst beste, die Vereinigung der feindlichen Streitkräfte zu verhindern, die nächste in der Rangfolge ist, die Armee des Feinde...

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