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21.08.2018 / Inland / Seite 8

»Eine ärztliche Bescheinigung ist unsinnig«

Geschlecht: »divers«. Kritik an Pathologisierung von Menschen außerhalb der binären Norm. Ein Gespräch mit Caroline Ausserer

Jan Greve

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017 zur dritten Geschlechtsoption hat das Bundeskabinett am vergangenen Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen. Demnach soll in das Geburtenregister neben »weiblich« und »männlich« die Eintragung »divers« möglich sein. Für Sie ein Anlass zur Freude?

Nein, leider nicht. Der Ausgangspunkt ist ja wie beschrieben, dass das Grundgesetz auch die geschlechtliche Identität von Personen schützt, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen. Damit machte das Gericht den Weg frei für die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt. Unter Federführung des Bundesinnenministeriums hatte es bereits im Vorfeld einen Referentenentwurf zur Neuregelung des Personenstandsregisters gegeben. Mit der jetzigen Entscheidung müssen wir eine bittere Pille schlucken: Die Neuregelung gilt nur für Personen, die mit einer ärztlichen Bescheinigung nachweisen können, dass bei ihnen eine sogen...

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