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16.08.2018 / Medien / Seite 15

Freude am Sterben von Menschen

Frau Assad, der Krebs und die Journaille von Bild. Kommentar

Klaus Fischer

Bild will seinen Lesern das Mitleid austreiben. »Bestie Assad bangt um seine Frau«, titelte das publizistische Kronjuwel aus dem Hause Axel (aktuell Friede) Springer vergangene Woche. Dabei war »Bestie« eher im Rahmen dessen, was man aus dieser Richtung gewohnt ist. Nur das folgende nicht: »Darf man sich darüber freuen, dass Syriens mörderische Mutter Krebs hat?« war am 9. August zu lesen.

Was ist eine mörderische Mutter? Die Legitimation, so etwas zu schreiben, geben sich die Springer-Leute selbst. Schließlich »freut« man sich ja noch nicht, sondern fragt erst einmal an, ob es erlaubt ist. Totschießen oder Totwünschen geht am besten mit Genehmigung. Oder auf Befehl. Und falls die Selbstreferenz nicht ausreicht, schieben die Meinungsbildner höhere Gewalt vor: »Ist das Gottes Strafe für Syriens mörderische Mutter?« war zu lesen.

Es...

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