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15.08.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Geopolitisches Filetstück

Aserbaidschan wird von allen Seiten umworben

Reinhard Lauterbach

Als die Sowjetunion auseinanderbrach, zog Aserbaidschan schnell den Blick westlicher Geostrategen auf sich. Reich an Ressourcen, mit Zugang zum Kaspischen Meer und damit zu Russlands »weichem Unterleib«. Außerdem nutzbar als potentielles Transitland für zentralasiatische Rohstoffe auf Routen, die Russland umgingen. So kam es, dass westliche Politiker sich in Baku eine Zeitlang die Klinke in die Hand gaben und Loblieder auf den »europä­ischen Charakter« und die »europäischen Perspektiven« des Landes sangen. Auch die NATO entwickelte Begehrlichkeiten: Sie hat mit Aserbaidschan eine relativ enge Zusammenarbeit im Rahmen eines »individuellen Aktionsplans« entwickelt; noch im letzten Jahrzehnt galt das Land als NATO-Beitrittskandidat, den das US-Magazin Foreign Policy eher in die Allianz eintreten sah als das westlich angrenzende Georgien.

Nur ein Teil dieser politischen und strategischen Hoffnungen hat sich bisher bewahrheitet. Mit der Unterzeichnung der »...

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