14.08.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Beredtes Schweigen

Die Bundesrepublik macht gute Geschäfte mit Saudi-Arabien. Damit das so bleibt, mischt sich Berlin nicht in den Streit zwischen Ottawa und Riad ein

Jörg Kronauer

Klappe halten: Das scheint die neue Devise der Berliner Nahostpolitik zu sein. Nur wenige, teils ehemalige Politiker hatten sich dafür stark gemacht, dass Deutschland und die EU sich im Konflikt zwischen Kanada und Saudi-Arabien öffentlich auf die Seite des NATO- und G-7-Verbündeten stellen. Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Außenausschusses im Bundestag, und Exaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatten sich entsprechend geäußert. Die Bundesregierung hingegen schweigt. Mehr als die Tatsache, dass Außenamtschef Heiko Maas, offenbar im Versuch, zu vermitteln, mit seiner kanadischen Amtskollegin und dem saudischen Außenminister telefoniert hat, ist aus Berlin nicht zu hören; im Auswärtigen Amt heißt es, das »Verhältnis von Drittstaaten untereinander« kommentiere man »grundsätzlich nicht«. Die unvermeidliche Pressemitteilung des Ministeriums zur Bombardierung eines Schulbusses durch die von Riad geführte Militärkoalition im Jemen kam sogar ganz ohne die ...

Artikel-Länge: 7459 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe