13.08.2018 / Inland / Seite 4

Contergan und Reichsromantik

Wenn am 13. August 1961 die »Wende« stattgefunden hätte – wehmütige Betrachtung über eine vergebene Chance

Matthias Krauß

Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Die Frage: »Was wäre gewesen, wenn …?« ist in der Geschichtsbetrachtung ein so unzulässiges wie beliebtes Gedankenspiel. Geben wir ihm uns zur Feier des Tages einmal hin: Was wäre gewesen, wenn am 13. August 1961 nicht die Berliner Mauer gebaut, sondern eine politische Wende eingeleitet worden wäre, wie sie erst 1989 stattfand? Was hätte sich daraus für die DDR-Bürger ergeben?

Natürlich hätten sie endlich Westwaren kaufen können, irgendwann Westgeld verdient, und die Reisefreiheit hätten sie auch genossen. Vorausgesetzt natürlich, dies alles hätten sie sich leisten können. Denn die zuvor unbekannte Erwerbslosigkeit hätte Millionen an dieser Stelle einen Strich durch die Rechnung gemacht und all das bewirkt, was dann nach 1989 tatsächlich einsetzte. Die ostdeutsche Sozialstruktur hätte Schläge erlitten, von denen sie sich auch Jahrzehnte später nicht erholte hätte. Von der westdeutschen Mehrheitsgesellschaft und ihren ...

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