13.08.2018 / Ausland / Seite 2

»Teilnehmen an Kämpfen um eigene Befreiung«

Gegen gesellschaftliche Hierarchien: Britische Frauenbewegung ringt um antikapitalistische Positionen. Gespräch mit Selma James

Eleonora Roldán Mendívil

Zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand die sogenannte zweite Welle der feministischen Bewegung. Sie haben diese in Großbritannien erlebt und als Marxistin maßgeblich mitgestaltet. Welchen Charakter hatte die Bewegung?

Als die Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahre hier in England begann, war diese sehr antikapitalistisch. Unser Kampf galt der Überwindung rassistischer Hierarchien und der hierarchischen Gesellschaft insgesamt.

Wie hat sich das ab Ende der 1970er Jahre entwickelt?

Ab 1979, unter der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher, haben Feministinnen angefangen, die Frage des beruflichen Erfolges in den Vordergrund zu stellen. Feministinnen wollten, dass Frauen rausgehen und arbeiten – aber sie haben nie die Frage diskutiert, für welchen Lohn sie arbeiten. Dies hat die Regierung ermutigt, die Sozialhilfe für alleinerziehende Mütter zu beschränken. Außer uns hat niemand dagegen gekämpft.

Diese Angriffe auf die Sozialhil...

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