10.08.2018 / Feminismus / Seite 15

Der König nickt

Beispielhaft: Abtreibung wird in Belgien nicht mehr strafrechtlich verfolgt

Johanna Montanari

In Belgien haben sich Anfang Juli die vier Regierungsparteien darauf geeinigt, den Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetz zu streichen. Er soll statt dessen auf anderen rechtlichen Ebenen mit einem eigenständigen Gesetz geregelt werden.

König Philippe scheinen deswegen keine Gewissensbisse zu plagen. Als 1990 das Abtreibungsgesetz in Belgien liberalisiert wurde, hatte dies zu einer königlichen Krise geführt. Bis dato hatte Belgien im europäischen Vergleich eines der restriktivsten Gesetze gehabt. König Baudouin, der das neue Gesetz als gläubiger Katholik mit seinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, weigerte sich, es zu unterschreiben. In einer geschickten Abmachung zwischen König und Regierung wurde Baudouin daraufhin kurzzeitig für unfähig erklärt, sein Amt auszuüben. Sobald das Gesetz in Kraft getreten war, wurde dieser Zustand wieder aufgehoben. Baudouin hatte sein Gesicht gewahrt und die Regierung hatte die Liberalisierung durchgesetzt.

Doch auc...

Artikel-Länge: 4339 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe