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07.08.2018 / Thema / Seite 12

Der Kampf geht weiter

Die Paragraphen 218 und 219 sind ein schwer erträglicher Restbestand sozialer Ungerechtigkeit aus dem vorletzten Jahrhundert

Gisela Notz

Mit dem Urteil gegen die Frauenärztin Kristina Hänel hat die Debatte um die Abtreibungsparagraphen 218 und 219 des Strafgesetzbuches wieder an Fahrt aufgenommen. Nach dem Kompromiss von 1995, als infolge des Beitritts der DDR zur BRD eine rechtliche Angleichung stattfand, war sie beinahe verstummt. Die Gießener Medizinerin war von Abtreibungsgegnern angezeigt worden, weil sie auf der Website ihrer Praxis Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen veröffentlicht hatte. Im November 2017 verurteilte sie das Amtsgericht Gießen deshalb zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro.

Die Wurzeln der heutigen Paragraphen 218 und 219 reichen weit zurück. Schon im römischen Recht und im kanonischen Recht des Mittelalters wurden Schwangerschaftsabbrüche mit Strafen geahndet. Sie waren der Hauptgrund für die Hexenverbrennungen. Erstmals formuliert wurde das Abtreibungsverbot im Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich von 1871. Dort hieß es: »Eine Schwangere, welche ihre Frucht v...

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