06.08.2018 / Thema / Seite 12

Mit dem Ferrari zum Ein-Euro-Laden

Vorabdruck. Im fortgeschrittenen Neoliberalismus stiften die Produkte, mit denen sich die Subjekte umgeben, Identität und Wert. Aber was unterscheidet die Prada-Tasche eigentlich noch von ihrem Billigimitat?

Markus Metz und Georg Seeßlen

In diesen Tagen erscheint im Berliner Verlag Bertz und Fischer das Buch »Kapitalistischer (Sur)realismus. Neoliberalismus und Ästhetik« von Markus Metz und Georg Seeßlen. Wir dokumentieren im folgenden das leicht gekürzte Kapitel »Der Mensch als Marke und Puzzle«. Die Redaktion dankt den Autoren und dem Verlag für die freundliche Genehmigung zum Vorabdruck. (jW)

Das zerbrochene Subjekt wird auf die verschiedensten Weisen wieder zusammengesetzt. Der einfach gestrickte Loser lässt es sich als »Identität« aufschwatzen, was ihn im Innersten zusammenhalten soll. Der gewöhnliche Insasse des Neoliberalismus setzt ein künstliches Subjekt aus Fragmenten der Popkultur und der Werbung wieder zusammen. Der Fortgeschrittene findet in den Parallelwelten à la Red Bull, Superhelden und Disney eine neue Heimat und erkundet die Kunst, »sich zu erfinden«. Der Gewinner aber verwandelt sich selbst in eine Marke. Wer es in der Kunst und mehr noch im Fernsehen zu etwas bringt, ...

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