30.07.2018 / Ausland / Seite 8

»Abschiebungen sind nicht zu rechtfertigen«

Frieden in Afghanistan nicht in Sicht: US-Militär fliegt unter Präsident Trump mehr Luftangriffe. Ein Gespräch mit Thomas Ruttig

Gitta Düperthal

Nach einem Bericht der UNO sind seit Anfang 2018 etwa 162.000 Menschen in Afghanistan vor Kämpfen mit den radikalislamischen Taliban geflohen. Wie schätzen Sie aktuell die Konfliktlage ein?

Seit 2001 hat sich die Lage Jahr für Jahr verschlechtert. Ende 2014 wurde der US-geführte NATO-Kampfeinsatz »International Security Assistance Force« (ISAF) in Afghanistan beendet und in den Ausbildungseinsatz »Resolute Support« überführt. Laut einer aktuellen BBC-Studie üben die Taliban erheblichen Einfluss in 70 Prozent aller Distrikte des Landes aus. Die Zahl der zivilen Opfer, Toten und Verletzten ist zwar zusammengefasst um neun Prozent gesunken – die Anzahl der Toten allein war in den ersten sechs Monaten dieses Jahres aber so hoch wie noch nie. Bei Konflikten starben 1.692 Zivilisten, darunter fast 400 Kinder. Die von Ihnen erwähnte aktuelle Zahl der Binnenvertriebenen akkumuliert sich: Im vergangenen Jahr hatten die UN etwa 450.000 Binnenflüchtlinge registriert...

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