25.07.2018 / Antifa / Seite 15

»Nazijäger« von Format

Jana Frielinghaus

Er war ein typischer Wessi: Gleich vielen ritt er nach 1990 ins ehemalige DDR-Gebiet ein, um den Ostdeutschen Demokratie beizubringen – und Angehörige von Behörden des untergehenden Staates gegebenenfalls strafrechtlich zu verfolgen. Zugleich war Erardo Cristoforo Rautenberg, geboren 1953 in Argentinien, aufgewachsen in der Bundesrepublik, dann doch nicht so typisch. Denn er war persönlich integer – und vor allem in der Lage, Vorurteile zu revidieren, gerade in bezug auf die DDR. In der Nacht zum 18. Juli erlag der Jurist, der von 1996 bis zum Frühjahr dieses Jahres Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg war, einem Krebsleiden.

1992 kam er nach Brandenburg und wurde zunächst in Potsdam Leiter der »Schwerpunktabteilung für DDR-Bezirkskriminalität und -Justizunrecht«. Später bezeichnete er sich mal selbstironisch als »eine Art Großinquisitor«. Im Dezember 1993 wurde er als Leitender Oberstaatsanwalt ins nordbrandenburgische Neuruppin versetzt, und hier ...

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