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25.07.2018 / Inland / Seite 4

Aus der Grauzone

Bundesverfassungsrichter setzen Grenzen für Einsatz von Zwangsfixierungen bei Psychiatriepatienten. Eingriff nur noch unter Richtervorbehalt

Ralf Wurzbacher

In einer Broschüre des Bundesverbands Psychiatrieerfahrener schildert eine Frau, wie man nach Einsetzen einer psychotischen Attacke mit ihr verfuhr: Ein »ganzer Pulk« an Pflegern sei über sie hergefallen, habe sie aufs Bett gedrückt und gefesselt. »Ich hatte so eine Angst, dass ich dachte, diese Menschen wollen mich umbringen und wehrte mich mit aller Kraft gegen diese einströmende Gewalt«. Total erschöpft, sei sie später am ganzen Körper »betatscht« worden. »Ich schrie nur die ganze Zeit um Hilfe und bat darum, dass sie damit aufhören. Ich fühlte mich wie abgeschlachtetes Vieh.«

Übergriffe wie diese sind in geschlossen Anstalten keine Seltenheit. Obwohl Zwangsbehandlungen eigentlich als »Ultima Ratio« gelten, sofern zuvor alle therapeutischen Maßnahmen fehlgeschlagen sind, und der Patient für sich und Anwesende zur Gefahr wird. Die Fixierung ans Bett ist dabei nur eine Methode, Betroffene ruhigzustellen. Dazu kommen noch die zwangsweise Verabreichung von...

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