25.07.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Löcher. In Celle und anderswo

Staatsterror gegen links: Bei der »Aktion Feuerzauber« am 25. Juli 1978 verübten Verfassungsschutz und GSG 9 einen Sprengstoffanschlag

Horst Schäfer

Die Sache mit der Bombe war klar: Das Loch in die Mauer des Hochsicherheitszuchthauses im niedersächsischen Celle hatten Terroristen gesprengt. Sie wollten das Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF) Sigurd Debus befreien. Das war vor 40 Jahren, am 25. Juli 1978 um drei Uhr morgens. So stand es in der Zeitung. Fernsehen und Radio berichteten in Eilmeldungen. Polizei, Staatsanwaltschaft und Politik hatten die Einzelheiten vorgegeben. Niedersachsens Justizminister Professor Hans-Dieter Schwind (CDU) war mit einer Kohorte von Journalisten schon gleich um sechs Uhr vor das »Celler Loch« geeilt, um die linken Terroristen anzuklagen.

Der Spiegel bereicherte die Kampagne und kannte drei Wochen danach (Heft 34/1978) auch schon Hintergründe. Insgesamt war auf sechs Heftseiten von »mehr als 50 Anschlägen der Sprengstoffbrigaden« die Rede, ein Bild vom Celler Loch wurde auch gedruckt. Mit wissendem Finger zeigte das Blatt nach links auf die angeblichen Täter und tex...

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