23.07.2018 / Ausland / Seite 7

Sommerputz in Kiew

Ukrainische Staatsmacht versucht vor den Wahlen im kommenden Jahr, Neonazigruppen zu disziplinieren

Reinhard Lauterbach

Das Fernsehen war dabei, als vergangene Woche Beamte des ukrainischen Geheimdienstes eine Wohnung in der Kiewer Vorstadt Boryspil stürmten. Bewohner war der Anführer der Neonazigruppe »C14«, Sergej Masur. Anlass der Durchsuchung war, dass sich Masur im Internet seiner Beteiligung an einem Pogrom gegen ein Romalager am Kiewer Stadtrand gerühmt hatte. Auf den ersten Blick abweichend von der langjährigen Routine war auch die Information, ein Gericht habe anschließend Masur für zwei Monate in Untersuchungshaft gesteckt.

Das war allerdings übertrieben. Das Gericht schickte Masur nicht ins Gefängnis, sondern nur in Hausarrest. Das ist die unterste Stufe dessen, was der Staatsmacht in solchen Fällen zur Verfügung steht. Dies lässt vermuten, dass es der Regierung auch diesmal wieder um die öffentliche Wirkung geht. Denn ähnliche Maßnahmen hatten Gerichte auch in der Vergangenheit schon gegen allzu auffällig gewordene Neonaziaktivisten verhängt. Später wurden d...

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