19.07.2018 / Titel / Seite 1

Gut geführt: Wohlleben

NSU-Mordhelfer kommt direkt nach dem Prozess auf freien Fuß. V-Mann-Vorwürfe gegen Neonazifunktionär bis heute nicht ausgeräumt

Sebastian Carlens

Der Waffenbeschaffer ist frei: Am Mittwoch hat das Oberlandesgericht München mitgeteilt, dass der Haftbefehl gegen Ralf Wohlleben, der vor einer Woche zu einer zehnjährigen Haftstrafe als Unterstützer des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) verurteilt worden war, aufgehoben ist. Bei Wohlleben »begründe die verbleibende Straferwartung keinen erhöhten Fluchtanreiz«, so der Staatsschutzsenat. Er hat in der Untersuchungshaft sechs Jahre und acht Monate abgesessen, die auf die Strafe angerechnet werden. Bis es zur Revisionsverhandlung (und einem möglichen Resthaftantritt) kommt, werden Jahre vergehen. Mit seiner Entscheidung folgt der Senat der Einschätzung der Generalbundesanwaltschaft, die »eine weitere Sicherung des Verfahrens durch den Vollzug« von Untersuchungshaft nicht mehr »für erforderlich« hält.

Damit ist nach André Eminger bereits der zweite Verurteilte des Münchner NSU-Verfahrens auf freiem Fuß. Sollte das Urteil gegen Eminger, der vom ...

Artikel-Länge: 3404 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe